Vertretungen des Dritten Sektors
Im traditionellen Sinn werden die großen gesellschaftspolitischen Fragen vor allem von zwei tragenden Vertretungsgruppen diskutiert und ausgehandelt: von Arbeitgeber auf der einen und Arbeitnehmer auf der anderen Seite. Doch das Gemeinwesen wird auch von einer weiteren Gesellschaftskraft stark geprägt und zunehmend zum Ausdruck gebracht: Es ist der Dritte Sektor - gemeinnützige Organisationen also, welche im Sinn der Selbstverantwortung (Selbsthilfe, 'cittadinanza attiva', Betroffenenvertretung) aber auch der Fürsorge (Volontariat, Wohltätigkeitsorganisationen, Sozialgenossenschaften) agieren.Wenngleich nun dieser Sektor eine große Vielfalt und Präsenz in zahlreichen Lebensbereichen aufweist, sein Wissen und Können oft gefordert ist, wenn die öffentliche Hand oder auch die Wirtschaft an Grenzen stoßen, weil eben nicht alles institutionalisiert oder finanziert werden kann, so ist seine politische Einbindung noch kaum etabliert: Sozialpartnerschaft wird derzeit noch ohne die Mitsprache der Sozialorganisationen gepflegt und viele Institutionen mit hoher gesellschaftspolitischer Bedeutung sehen keine (angemessene) Vertretung des privaten Sozialwesens vor.
Der Sozialring ist sich bewusst, dass dieser Umstand auch auf die Tatsache zurück zu führen ist, dass es bisher keine gemeinsame Vertretung der Sozialorganisationen gegeben hat. Seit der Bildung des Sozialrings steht ein gemeinsames Sprachrohr und Vertretungsinstrument der Dachorganisationen zur Verfügung, so dass einer Erweiterung der 'Sozialpartnerschaft' auf die gemeinnützigen Sozialorganisationen möglich ist.
Der Sozialring schlägt vor:
- Eine stärkere Einbindung der Sozialorganisationen in der Phase der Begutachtung von Gesetzesentwürfen. Dies soll nicht nur für die Sozialgesetzgebung gelten, sondern auch für anderen Bereichen, die unsere Gesellschaft stark prägen, wie z. B. Wohnbau, Arbeit, Urbanistik, Mobilität, Umwelt, Schule und Bildung, Wirtschaft, Familie, Frauen.
- Eine Vertretung der Sozialorganisationen in Institutionen, die den Sozialbereich unmittelbar betreffen: Stiftung Südtiroler Sparkasse, Freie Universität Bozen, Eurac, Laborfonds, Wohnbauinstitut, Stiftung Vital, Handelskammer und Arbeitsförderungsinstitut.




